Heimatliebe – Baumwipfelpfad Bad Iburg

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Auf den Pfaden meine Kindheit

Ich komme gebürtig nicht aus Aachen. Vor mittlerweile 17 Jahren verschlug es mich in die Kaiserstadt aufgrund meines Studiums. Mittlerweile ist die Stadt Mittelpunkt meines Lebens. Hier arbeite ich, habe ich geheiratet und meine zwei Wirbelwinde geboren. Ich selber kam allerdings in Osnabrück zur Welt. Aufgewachsen bin ich als „richtiges“ Dorfkind mit Schützenfest, freiwilliger Feuerwehr, Feld und Wiese irgendwo mitten im Teutoburger Wald. Und auch heute verschlägt es mich mit der ganzen Familie regelmäßig in die alte Heimat. Dafür bin ich sehr dankbar und ich möchte es auch nicht missen.

Deswegen möchte ich auf dem Blog immer wieder mal einen Einblick in die Region zwischen Münster, Osnabrück und Bielefeld geben und sie euch vielleicht für den nächsten Urlaub schmackhaft machen. Eventuell kommt ihr ja selber aus der Region und bekommt so ein paar neue Inspirationen? Oder ihr seid frisch hingezogen und seid über einen guten Ausflugstipp dankbar? Legen wir als los.

Heute starten wir mit…

dem Baumwipfelpfad in Bad Iburg. Als Kind war ich einige Male hier. Dreh- und Angelpunkt sind die Iburg und der zu ihren Füßen liegende Charlottensee. Eis essen am See, Ruderboot fahren auf dem Selbigen und Minigolf spielen direkt unterhalb der Burg. Das sind Kindheitserinnerungen, die ich mit der Stadt verbinde. Auf dem Weg zu meiner Tante fuhren wir unweigerlich durch dieses Städtchen und jedes Mal war der Anblick der Iburg vom Rücksitz des Autos etwas ganz Besonderes.

Charlottensee in Bad Iburg

Der Baumwipfelpfad

2018 fand in Bad Iburg die Landesgartenschau statt und es wurde viel investiert. Der Bereich um den Charlottensee wurde neu gestaltet. Spielplätze wurden gebaut, ein Park neu angelegt und eine große, wunderbare Attraktion fand ihr Zuhause. Der Baumwipfelpfad. Vor ein paar Wochen haben wir es endlich selbst geschafft uns ein Bild dieses Pfades zu machen und ich nehme es vorweg: So spektakulär und lehrreich hätte ich es mir gar nicht vorgestellt.

Schon von Weitem begrüßt einen der Aufstiegsturm des Baumwipfelpfades. Spektakulär aus dicken Stämmen gebaut macht die Konstruktion Lust auf die Höhe. Kleinere Zwerge nimmt man vielleicht besser in die Trage, aber auch mit einem Kinderwagen oder für ältere Herrschaften ist es durchaus kein Problem den Pfad in schwindeliger Höhe zu erreichen. Dem Aufzug sei Dank.

Umsonst ist im Leben selten etwas, deswegen muss man auch hier seinen Obulus entrichten, bevor man mit dem Aufstieg starten darf. Für Erwachsene beträgt der Eintrittspreis 7,50€, für Kinder 4,50€. Das Familienticket kostet 19,90€, egal wieviel eigene Kinder man mitnehmen möchte. Im ersten Moment fand ich den Preis schon arg teuer. Allerdings wußte ich auch noch nicht, was mich erwartet.

Blick von der Aussichtsplattform

Man beginnt also mit der Erklimmung des Turms. Von ganz oben hat man einen ganz wunderbaren Ausblick zur Iburg, über den Charlottensee und den Teutoburger Wald. Eine Etage unterhalb der Aussichtsplattform startet der Baumwipfelpfad selber. Die Konstruktion ist wirklich sehr robust und somit starr. Man schwankt nicht, allerdings sollte man die Höhe auch nicht unterschätzen.

Ich glaub ich steh‘ im Wald!

Der Pfad macht schon auf den ersten Metern seinem Namen alle Ehre. Baumwipfel der unterschiedlichsten Bäume soweit das Auge reicht. Man hat wirklich das Gefühl in den Baumkronen zu stehen. Die Stimmen der anderen Besucher werden absorbiert, Ruhe macht sich breit, man hört den Wind in den Blättern.

Auf dem Weg durch die Baumkronen gelangt man dann immer wieder an die unterschiedlichsten Stationen, die einen über den Wald, den Pfad und die Waldbewohner informieren. Wo baut der Specht sein Nest und wie sieht es aus? Welche Tiere leben wo im Baum und gibt es auch Schädlinge? Woran kann ich erkennen, wie alt ein Baum ist und was spielt sich eigentlich im Wurzelwerk ab? Und wie ist ein Baum aufgebaut? Die Stationen informieren abwechslungsreich. Mal ist es ein Rätsel, mal eine Geschichte, mal darf man vergleichen, zählen, in der Ferne etwas suchen. Mein Sohn ist sieben Jahre alt und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist er zu Beginn häufig übereifrig, nach einiger Zeit lässt das Interesse aber deutlich nach. Im Baumwipfelpfad haben die Mischung aus Höhe, Laufen und interessant verpackten Informationen dazu beigetragen, dass das Interesse durchaus bis zum Schluß erhalten blieb.

Am Ende des Pfades hat man die Chance Selbigen zu verlassen oder den Weg noch einmal zurückzugehen. Wir haben uns für den Rückweg über Waldboden entschieden und sind somit in der Parkanlage noch auf ein paar kleine Besonderheiten gestoßen, die es überall zu entdecken gibt.

„Mama, das ist so cool!“

Auch die Spielplätze möchte ich nicht unbeschrieben lassen. Häufig ist unser Sohn enttäuscht. Mit sieben Jahren wünscht man sich etwas anspruchsvollere Geräte zum Klettern und Toben. Die findet man selten, aber wie wir in Bad Iburg feststellen durften: Man kann sie finden. Eine Konstruktion aus gespannten Seilen lädt zu spannenden Kletterpartien ein. Und der Wasserspielplatz in der Nähe des Charlottensees unterhalb der Iburg lädt zu einer ausgelassenen Wasserschlacht ein. Bei gutem Wetter solltet ihr also die Badehose im Gepäck haben.

Es war ein wunderschöner Ausflugstag. Der Baumwipfelpfad ist für einen lehrreichen, aber auch spielerisch hochwertigen Nachmittag wirklich zu empfehlen. Die Spielplätze sind modern, neu und endlich mal „was anderes“. Und das Eis kann man wunderbar bei einer Fahrt im Ruderboot auf dem Charlottensee genießen. Daumen hoch!

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